Soul Sound

Ein Hund namens Puh

Ich habe gestern einen kleinen Australian Shepperd-Welpen kennengelernt. Gerade mal 9 Wochen alt, tappste er sich mit einem blauen und einem grauen Augen gepaart mit einer braunen Stupsnase direkt in aller Herzen. Wie vieleWelpen in diesem Alter war er sehr neugierig, hat sich über Menschen und andere Lebewesen gefreut und ließ sich am liebsten durchkuscheln. Ich habe ihn direkt ins Herz geschlossen.Heute wurde er beerdigt. Er hatte Leberkrebs, der bereits stark gestreut hatte, man konnte nichts mehr für ihn tun. Sein Herrchen und Frauchen wussten von nichts, gestern haben wir noch überlegt, wie sich sein Charakter wohl entwickeln würde. Heute musste er in die Klinik.Ich komme noch nicht wirklich damit klar, dass sein Leben nach neun kurzen Wochen wieder vorbei ist und diese neun Wochen wahrscheinlich auch noch sehr schmerzhaft für ihn waren. Trotzdem freue ich mich, dass ich seine Bekanntschaft machen durfte. Wenn kleine Pfoten große Spuren hinterlassen.
26.3.17 23:10


Entscheidungsträger


Manchmal habe ich das Gefühl, ich schlittere in die Dinge nur so hinein, war nur zur richtigen/falschen Zeit am richtigen/falschen Ort. Manchmal wächst es mir auch alles über den Kopf. Ich kann keine schnellen Entscheidungen treffen, schon bei der Frage: "Mit Milch und Zucker?" bin ich manchmal überfordert. Fragen, die mein Leben stark beeinflussen, wie die der Berufswahl, fallen mir noch schwerer, darum zögere ich alles ewig heraus, bis mir die Entscheidung irgendwie doch abgenommen wird und ich mir sagen kann: "Ich bin da ja mehr oder weniger so rein gerutscht, das war nicht meine aktive Entscheidung, sondern hat sich so ergeben. Ich habe keine Schuld am aktuellen Zustand." Keine sehr ehrliche Taktik, was?
Gerade bin ich an einem Punkt, an dem ich diese ganzen Entscheidungen hinsichtlich meiner beruflichen Orientierung in Frage stelle. Seit der Grundschule wollte ich Richterin werden, nach dem Abitur habe ich Jura studiert und festgestellt, dass es nichts für mich ist. Die Entscheidung zum Studienabbruch zu treffen hat bloß 2,5 Semester gedauert und gefühlt war das meine letzte eigene Entscheidung. Als ich wieder zu meinen Eltern zog, waren alle geschockt, dass ich meinen Plan A nicht weiter verfolge und auch noch ohne einen Plan B zurückkam. Keiner weiß, wie geschockt ich war, wo ich doch immer alles bis ins Detail durchplanen muss.
Mit Hilfe des schlauen Buchs von der Agentur für Arbeit mit allen Ausbildungsberufen, entschied ich, dass ich Patentanwaltsfachangestellte werden will, direkt am nächsten Tag war in der Zeitung die Stellenanzeige meines künftigen Ausbildungsunternehmens geschaltet. Ich habe die Ausbildung abgeschlossen, obwohl es dort einfach nur schrecklich war. 100 Mitarbeiter, fast ausschließlich Frauen, Stutenbissigkeit und Konkurrenzkampf an jeder Ecke, absoulut keine Wertschätzung. Ich wollte nicht weiter für einen Chef arbeiten, der mir jegliche Intelligenz abspricht, weil ich "bloß eine Ausbildung" habe. Ich wollte wieder studieren, aber später zu den Gesetzen zurückkehren.
Das ist der Punkt, an dem meine Fragen einsetzen. Wieso wollte ich unbedingt im Rechtsbereich bleiben? Das Studium war nichts für mich, die Ausbildung fand ich auch gräßlich. Ich habe immer die äußeren Umstände verantwortlich gemacht, nie den Inhalt, aber vielleicht war der das wahr Problem?
Ich habe ein technisches Studium abgeschlossen mit dem Plan, anschließend als Patentingenieurin arbeiten zu können. Während des Studiums habe ich in einer Personalberatung als Assistentin gearbeitet. Der Chef mochte mich, er hat mein Potential gesehen und wollte mich für den Bereich weiter aufbauen. Ich habe abgelehnt, ich wollte einen Job, der meinem Studium entspricht. Den habe ich nun, ich bin Innovationsmanagerin. Und ich bin unglücklich. So wie ich schon immer im rechtlichen Bereich unglücklich war. Ab wann nur habe ich mich falsch entschieden?
17.3.17 14:17


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